HateStorms und politische Bildung an Schulen

„HateStorms, Fake News & Co.“ sowie „Neutralitätsgebot vs. Politische Bildung an Schulen“ waren Themen des 17. Koordinierungstreffens der Regionalkoordinationen und der Landeskoordination im bayerischen Netzwerk von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Sebastian Zollner informiert über aktuelle Online-Strategien zu rechter Gewalt im Netz.

Der ehemalige Courage-Referent Sebastian Zollner (siehe Veränderungen in der Landeskoordination) stellte den 15 Teilnehmenden im fachlichen Input zu „Hate Speech, Fake News, etc.“ am Vormittag verschiedene digitale Gewaltpraktiken und deren Mechanismen im Internet vor. Viele Studien, u. a. die JIM-Studie 2017 zeigen, dass fast alle jungen Menschen im Internet und Social Media unterwegs sind. Denn 97 % der befragten Jungen und Mädchen im Alter von 12 bis 19 Jahre besitzen ein Smartphone (2014: 88 %), das auch von den meisten (81 %) zur Internetnutzung eingesetzt werden. Nur wenige Befragte geben an, einen Tablet-PC, Computer oder Laptop zu nutzen. Diese veränderten Rahmenbedingungen müsse man berücksichtigen, wenn man sich mit dem Medienverhalten junger Menschen beschäftigt, erläutert der Bildungsreferent Sebastian Zollner, der sich freiberuflich mit HateSpeech auseinander setzt. Darüber hinaus müsse man junge Menschen noch stärker für den kompetenten Umgang sensibilisieren, wie auch die im Januar 2019 erscheinende Studie „Jugend – Medien – Extremismus“ zeige. Die Studie untersucht, nach eigenen Angaben, erstmals „wie häufig Jugendliche in verschiedenen Medien und in ihrem Umfeld mit extremistischen Einstellungen und Botschaften konfrontiert werden und wie gut sie Extremismus erkennen“. (>> Mehr Infos)


Landeskoordinator Patrick Wolf bedankte sich bei Sebastian Zollner, der zwei Jahre die Elternzeitvertretung von Marina Miksch übernahm.

Neben dem Austausch über Aktivitäten in den Regionen und an sowie mit Schulen, diskutierten die Vertreter_innen am Nachmittag das Thema „Neutralitätsgebot vs. politische Bildung an Schulen?!“. Dabei führte Bernhard Baudler, Gewerkschaftssekretär im Bereich Schule bei der GEW Bayern, in das umfassende Thema ein. Dabei wies er insbesondere auf die neuen Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur Menschenrechtserziehung und Demokratiebildung in der Schule hin. Darin sei formuliert, dass „die Menschenwürde […] die wichtigste Werteentscheidung des Grundgesetzes“ sei und somit „Schule kein wertneutraler Ort“ ist. Dieser Hinweis finde sich auch im viel zitierten und für die politische Bildung wesentlichen „Beutelsbacher Konsens“: Neben dem Überwältigungsverbot und dem Kontroversitätsgebot, ergebe sich ein deutlicher Auftrag aus der Subjekt- oder Schülerorientierung. Demnach ist es die Aufgabe von Schule die Schülerinnen und Schüler „in die Lage [zu versetzen], eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren, sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen.“


Save the Date: Courage-Fachtage

  • „Politische Bildung an Schulen“ am 23. Mai 2019 in Landshut
  • „Medien“ am 11. Juli 2019 in Bayreuth

Nähere Infos und die Ausschreibung zu den Fachtagen folgen spätestens zu Jahresbeginn 2019.