Jahresbericht der Städtischen Anita-Augspurg-Berufsoberschule für Sozialwesen München

„Wir blicken zurück auf ein erfolgreiches Schuljahr 2014/15!“

FotoDie Gruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hat sich dieses Jahr wieder sehr im Kampf gegen Rassismus engagiert und viel Courage gezeigt! Mit insgesamt neun dauerhaft sehr aktiven Schüler*innen aus allen Jahrgangsstufen und 3 Betreuungslehrer*innen haben wir dieses Jahr sehr viel geschafft.
Das Jahr war ein sehr volles Jahr, in dem wir viel Engagement zeigen konnten und auch mussten, da durch Bewegungen wie Bagida auch in München der Rassismus gerade wieder dauerhaft präsent ist.
Bei unseren beiden Schulpartys waren wir mit Ständen von SOR-SMC immer vertreten, dies diente dem Zweck, weitere Schüler*innen ins Boot zu hohlen, auf Rassismus innerhalb der Gesellschaft aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, wie man sich dagegen engagieren kann. Im Dezember gab es viel zu tun, Klamotten für Flüchtlinge wurden gesammelt und sollten
dann zu einer Annahmestelle gebracht werden, so war der Plan. Doch die Annahmestelle konnte nichts mehr annehmen, da es zu wenige Leute gab, die Kleidung sortieren. Aber die Schüler*innen der BOS Sozial wären nicht die Schüler*innen der BOS Sozial, wenn sie sich von so etwas abhalten ließen. Die SOR-SMC-Gruppe organisierte viele Schichten, bei denen mehrere Schüler*innen in ihrer Freizeit Kleidung sortierten. So konnten unter anderem auch die gespendeten Klamotten endlich abgegeben werden und an Flüchtlinge weitergeleitet werden.

 

Ebenfalls war in der Vorweihnachtszeit, genauer gesagt am 10.12.2014, der „Tag der Menschenrechte“, dem unsere Schule einen ganzen Thementag widmete: die 11. Klassen bekamen von Frau Hechenblaikner einen Vortrag über Anita Augspurg, deren Namen unsere ScFoto 2hule seit Ende letzten Schuljahres trägt und die sich zu ihrer Zeit besonders für Frauenrechte eingesetzt hat. Die 12. Klassen konnten sich verschiedene Vorträge zu den Themen „Asylpolitik“ und „Flüchtlingssituation in München“ anhören und die 13. haben sich Teile des Films „Can’t be
silent“ angesehen. Foto 3Dann gab es am gleichen Tag noch eine Aktion in Zusammenarbeit mit derSozialgruppe. Für Flüchtlingskinder verschiedener Altersgruppen haben alle „Weihnachtsgeschenke“ gespendet, die dann von den 11. Klassen liebevoll verpackt wurden und direkt in die Bayernkaserne gebracht wurden. Hierbei kamen über 150 Päckchen zusammen.

 

 

 

Foto 4Das neue Jahr begann mit einem Besuch im Rathaus bei unserer Patin Dr. Miriam Heigel  , die auch die Fachinformationsstelle gegen Rechtsextremismus leitet. Wir konnten ihr viele Fragen zum Thema Rassismus stellen und uns informieren, was die Stadt gegen Rechtsextremismus unternimmt. Foto 5Frau Dr. Heigel hat sich drei Stunden Zeit genommen, um sich mit uns und unseren Fragen zu beschäftigen und auf alles einzugehen, was uns wichtig war, auch für Anregungen war an dieser Stelle Platz.

 

 

 

 

Ebenfalls im Januar begannen die Demos von Bagida, die zum Großteil aus offensichtlich rechts denkenden Menschen besucht wurden. Trotz Schulstress waren unsere Schüler*innen und Lehrer*innen jede Woche vor Ort und nahmen an den Gegendemonstrationen teil, gegen Rassismus und Faschismus. Wir sind stolz, dass die Anita-Augspurg-Berufsoberschule für Sozialwesen mit ihrer Anwesenheit auf den Demos ein Zeichen gegen Vorurteile, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit gesetzt hat!

Im März dieses Jahres gab es dann ein großes Treffen aller SOR-SMC-Schulen in München. Wie haben bereits an der Planung mitgewirkt und den Münchner Rapper „PerQuist“ für diesen Tag empfohlen und Kontakt zu ihm aufgenommen. Im Rahmen des Vernetzungstages wurde auch eine Verbindung zu den „Pastinaken“ hergestellt, die eine Ausstellung für Schulklassen zum Thema „2. Blick – Rechtsextremismus im Alltag“ planen, die im Juli 2015 stattfinden wird, bei der sich nun einige Schüler*innen der SOR-SMC-Gruppe engagieren.

Ebenfalls im März gab es im Rahmen der Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums einen Filmdreh, u.a. mit Schüler*innen aus unsrer Gruppe. Wir stellten in Kooperation mit dem BR und dem Dokumentationszentrum einen Medienguide für die Dauerausstellung und einen Kurzfilm her. Eine Schülerin und ein Schüler wurden sogar für die „Nachtlinie“ interviewt.
Am Aktionstag zur Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums am 30. April sahen dann alle Schüler*innen Ausschnitte aus den BR-Produktionen „Nie wieder!“ und „Nachtlinie zur Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums“. Matthias Wuschek, Schülersprecher und aktives Mitglied der SOR-SMC-Gruppe, der in der Nachtlinie Rede und Antwort stand, übernahm dabei die Moderation und stellte sich den Fragen des Publikums.

Im Frühjahr 2015 haben wir zwei verschiedene „Stille Diskussionen“ zu den Themen „Was ist für dich Demokratie?“ und „Wie sollte eine Welt aussehen, in der du leben möchtest?“ initiiert. Diese „Stillen Diskussionen“ wurden von den Schülern sehr gut angenommen und es wurden tolle und interessante Dinge aufgeschrieben, die sich die Mitschüler dann durchlesen und kommentieren konnten.

Zum krönenden Abschluss nahmen wir am 22. Juli an einer Demonstration unter dem Motto „München ist bunt“ teil. Viele Schüler*innen aus den 11. Klassen liefen zusammen mit drei anderen Schulen an der Luisenstraße eine große Runde um den Königsplatz. Wir wollten alle zusammen ein Zeichen setzen gegen wachsenden Rassismus – genau da, wo am Montagabend sonst Bagida gegen alles Fremde hetzt und Ängste schürt. Foto 6Zum Abschluss bildeten wir aus 900 Menschen den Schriftzug „München ist bunt“. Das Projekt zeigt, dass Politik auch Spaß machen
und gut aussehen kann.

 
Text: Hannah Molck-Ude (13a), ergänzt.