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Erinnern • Verstehen • Weitergeben

15. November - 18. November

Tagung zu Erinnerungsarbeit für Multiplikator*innen in der Kinder- und Jugendarbeit in drei Modulen

Auf dieser Tagung steht die Erinnerungsarbeit in Deutschland und somit die Auseinandersetzung mit der deutschen Zeitgeschichte und der daraus entstehenden individuellen und gesellschaftlichen Verantwortung in der Gegenwart im Fokus.

Wie sich die Erinnerungsarbeit in Deutschland entwickelt hat und wie diese sowohl inhaltlich als auch methodisch konkret aussehen kann, wird in einem Vortrag und in der Vorstellung von zwei Projektbeispielen erläutert.

Zudem werden die Teilnehmenden eingeladen, durch eine Exkursion am Hesselberg und ein Zeitzeug:innengespräch miteinander in Austausch zu gehen und somit Erinnerungsarbeit selbst zu erfahren.

Zielgruppe:
Die Tagung richtet sich an hauptberufliche und ehrenamtliche Multiplikator:innen in der Kinder- und Jugendarbeit, Lehrer:innen und Schüler:innen im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Mindestteilnehmer:innenzahl ist 6 Personen.

Programm

15.11.2021

Auftaktmodul Erinnerungsarbeit „Die Zukunft der Erinnerung“ (online)

In einer Zeit, in der Teile der Gesellschaft den Konsens der Erinnerungskultur zunehmend infrage stellen und es immer weniger Zeitzeug*innen gibt, die aus persönlicher Erfahrung berichten können, ist die historisch-politische Bildungsarbeit besonders gefordert. Der Vortrag beleuchtet Möglichkeiten der kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte. Im Mittelpunkt steht dabei u.a. die Frage wie durch Gegenwartsbezüge eine Sensibilisierung für gegenwärtige Diskriminierung und Ausgrenzung durch Antisemitismus, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aussehen kann.

Im Anschluss an den Vortrag findet ein Zeitzeuginnenge- spräch mit Frau Eva Umlauf statt. Sie gibt in dem Gespräch Einblicke in ihre (Familien-) Geschichte, die sie sichselbst erst erschließen musste. An ihre Gefangenschaft in Auschwitz-Birkenau hat sie keine bewussten Erinnerun- gen und dennoch ist sie eine Überlebende. Sie steht an der Schwelle zwischen der ersten, der Erlebnisgeneration, und der zweiten Generation, die das Sprechen oder auch Schweigen über die Geschehnisse und Erlebnisse in der eigenen Familie bezeugen kann.

  • Felizitas Raith, Historikerin, Pädagogische Leiterin des Max Mannheimer Studienzentrum Dachau.
  • Dr. Eva Umlauf, Psychotherapeutin, Überlebende des KZ-Ausschwitz, Zeitzeugin und Autorin des Buches „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen“.

Kosten: kostenlos

Anmeldung: Zur Anmeldeseite gelangen Sie über diesen Link.


17.11.2021

Exkursion – Geschichte rund um den Hesselberg

Der Hesselberg ist bekannt als Ausflugsziel und bei Modellflieger*innen beliebt. Aber nur Wenige wissen, dass der Berg in der NS-Zeit als heiliger Berg der Franken bezeichnet wurde. Neben den Nürnberger Reichs- parteitagen versammelten sich die Nationalsozialist*innen unter der Führung von Julius Streicher auf dem Hesselberg, um dort die Frankentage zu feiern.
Auf unserer Exkursion wandern wir rund um den Hesselberg. Die Teilnehmer*innen können die Natur genießen und in die vergessene Geschichte des magischen Berges ein- tauchen. Sie bekommen auch Tipps, wie das Thema methodisch in den Unterricht oder in die Gruppenstunde eingebaut werden kann, sowie Einblicke in die gegenwärtige und zukünftige Erinnerungsarbeit vor Ort.

  • Dr. Thomas Greif, Historiker und Autor des Buches „Frankens braune Wallfahrt. Der Hesselberg im Dritten Reich“
  • Martin Becher, Leiter der Projektstelle gegen Rechtsextremismus in Bayern.

Kosten: Schüler*innen und Student*innen kostenlos, Pädagog*innen 15 Euro (inkl. Essen und Shuttlebus Nürnberg-Hesselberg-Nürnberg)
Anmeldung: Zur Anmeldeseite gelangen Sie über diesen Link.


18.11.2021

„Wege zur Erinnerung” und „Kampagne #StolenMemory als deutsch-polnisches Bildungsprojekt“

Die Machtübernahme durch Hitler, der Zweite Weltkrieg, die Besetzung Polens durch Nazideutschland und die damit verbundene schwierige deutsch- polnische Beziehungsgeschichte stehen thematisch oft im Mittelpunkt deutsch-polnischer Jugendbegegnungen. Projekte zu historischen Themen sind deshalb ein wichtiger Teil der Programmarbeit des Deutsch- Polnischen Jugendwerks (DPJW), das hierfür das Förderprogramm „Wege zur Erinnerung“ anbietet.
Im Rahmen von „Wege zur Erinnerung“ können sich deutsch-polnische Jugendgruppen an der Kampagne #StolenMemory beteiligen und zu Biographien
von NS-Verfolgten aus ihren jeweiligen Ländern recherchieren.

Während der Projektvorstellung informieren wir Sie über das Förderprogramm „Wege zur Erinnerung“ und die Möglichkeit, sich mit Ihren Jugendlichen der Kampagne #StolenMemory anzuschließen.

Piotr Kwiatkowski, Pädagoge, Mitarbeiter des Förderreferats schulischer Austausch des DPJW.

„Prävention Antisemitismus und Verschwörungsmythen“

Gerade im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie treten antisemitische Verschwörungsmythen verstärkt auf. Das Bildungsprojekt „Prävention Antisemitismus und Verschwörungsmythen“ des Max Mannheimer Studienzentrums Dachau (MMSZ) richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene. Es thematisiert den Aufbau und die Funktionsweise von Verschwörungs- ideologien und zeigt den strukturellen Zusammenhang zwischen Antisemitismus und vielen solcher Mythen auf.

Ziel des Projektes ist es, Jugendliche dazu zu befähigen Verschwörungsmythen eigenständig zu erkennen und sie (gerade in Bezug auf feindliche Codes und Chiffren gegenüber Menschen jüdischen Glaubens) zu dekonstruieren.

In diesem Modul wird das Bildungsprojekt „Prävention Antisemitismus und Verschwörungsmythen“ vorgestellt und ein exemplarischer Einblick in das Projekt gegeben.

Nathalie Jacobsen, Historikerin und Literatur- wissenschaftlerin, Leiterin des Projekts „Prävention Antisemitismus und Verschwörungsmythen“ am MMSZ Dachau.

Zeitzeuginnengespräch mit Patricia Litten

Zeitzeug*innen der NS-Zeit sterben allmählich aus. Vor Kurzem ist Birute Stern in Jerusalem verstorben. Sie war noch das letzte Bindeglied zu meinem Onkel, Hans Litten. Er hat es 1931 gewagt, Hitler in Berlin in den Zeug*innenstand zu laden und ihm, in einem mehrstündigen Kreuzverhör, so zugesetzt, dass dieser sich zunehmend in Widersprüche verstrickte. Diese Schmach hat ihm Hitler nie verziehen! Hans Litten nahm sich nach fünf Jahren Folter in unterschiedlichsten Konzentrationslagern, im Februar 1938 in Dachau das Leben. In ihrem berührenden Buch, „EINE MUTTER KÄMPFT GEGEN HITLER“, beschreibt meine Großmut- ter ihren erfolglosen Kampf, ihren Sohn aus den Klauen der Nazis zu befreien.

Aber viele Zeitzeug*innen sind inzwischen verstorben, können kein Zeugnis mehr ablegen. Es ist also an uns, der nachfolgenden Generation, die Erinnerung an unsere Vergangenheit aufrecht zu erhalten, aus den gewonne- nen Erkenntnissen die richtigen Schlüsse zu ziehen und zumindest zu versuchen, es besser zu machen.

Patricia Litten, Schauspielerin mit Engagements unter anderem im Staatstheater Nürnberg. Sie hält dialogische Lesungen, bei denen sie aus dem Buch ihrer Großmutter „Eine Mutter kämpft gegen Hitler“ vorliest und dabei auch auf aktuelle politische Zustände Bezug nimmt.

Anmeldung: Zur Anmeldeseite gelangen Sie über diesen Link.


Wir möchten Euch eine inklusive und vielfältige Veranstaltung bieten. Nehmt bitte bis 10 Tage vor der Veranstaltung Kontakt zu uns auf, damit wir Eure Teilnahme durch Berücksichtigung Eurer Bedarfe unterstützen können.

Birthe Billmeier oder Aneta Reinke
Gleißbühstr.7
90402 Nürnberg
Tel.: 0911/ 23 98 09-15
projekt@bezjr-mfr.de

Flyer

Flyer der Veranstaltung zum Download (pdf)

Details

Beginn:
15. November
Ende:
18. November
Veranstaltungskategorie: