Vernetzungstreffen 2015

Tagung mittelfränkischen Schulen zum Thema „(Cyber-) Mobbing und Zivilcourage im Schulalltag“ am 27.02.2015

Eröffnung der Tagung und Herzlich Willkommen für neue KooperationspartnerInnen

mf nwt 1 Zur Tagung sind SchülerInnen und LehrerInnen von 32 SOR-SMC Schulen aus Mittelfranken zusammengekommen. Die Tagung wurde von Klaus Fuchs, dem stellvertretenden Leiter des Instituts für Pädagogik und Schulpsychologie der Stadt Nürnberg und dem Regionalkoordinator des Projekts für Mittelfranken Bertram Höfer eröffnet. Der Regionalkoordinator begrüßte als neue Kooperationspartner im Netzwerk das Institut für Pädagogik und Schulpsychologie der Stadt Nürnberg (IPSN) und den Kreisjugendring Nürnberg-Stadt als Träger von DoKuPäd und die Burg Hoheneck und übergab die Ernennungsurkunden.

 

 

 

 

 Talkshow zum Thema „(Cyber-) Mobbing und Zivilcourage im Schulalltag“

mf nwt 2Lisa ist 14 Jahre alt. Nach den Weihnachtsferien wenden sich ihre besten Freundinnen von ihr ab und auf Facebook erscheinen Lügen über sie. Durch diese fiktive und lebhaft improvisierte Geschichte von einer Clique wurden die TeilnehmerInnen der Tagung in das Thema „(Cyber-) Mobbing und Zivilcourage im Schulalltag eingeführt. Anschließend haben die eingeladenen Experten in einer Podiumsdiskussion das Phänomen des Mobbings aus der Sicht von Wissenschaft, Polizei und Medienfachberatung erläutert.

 

 

 

 

Gespräche und Austausch mit Experten

mf nwt 3In Kleingruppen, die von Experten geleitet worden sind, konnten die sich TeilnehmerInnen tiefer mit einzelnen Aspekten des (Cyber-) Mobbings auseinandersetzen. So ging es um das Drama-Dreieck, Umgang mit Facebook, rechtliche Maßnahmen bei Mobbing, Interventionsmöglichkeiten bei Gewalt und Mobbing in Schule.

 

 

 

„Drama-Dreieck“ mf nwt 4

In einer praktischen Übung mit Frau Prof. Dr. Zitzmann von der Technischen FH Nürnberg konnten die
TeilnehmerInnen die drei typischen Personengruppen innerhalb einer klassischen Mobbingsituation,
Opfer, Täter und Zuschauer kennenlernen und Verhaltensmöglichkeiten erarbeiten.

„Rechtliche Maßnahmen bei Mobbing“

In dem Gespräch mit Frau Pamela Schmidt von der Polizeiberatung Zeughaus ging es vor allem um das Strafmaß bei Mobbing. Im Mittelpunkt standen hier folgende Fragen: Ist Mobbing als Phänomen überhaupt strafbar? Soll man eine SMS oder einen Beitrag auf Facebook als Beweis behalten oder löschen? Wann darf ich mich an die Polizei wenden?

 

„Umgang mit Facebook“mf nwt 5

Im Kurzvortrag von Florian Paul und Fabian Fiedler von Medienfachberatung für Mittelfranken wurde nach einem kurzen Input zum Thema Umgang mit Facebook am Beispiel eines fiktiven Facebook-Profils erklärt, wie die Einstellungen bei Facebook funktionieren.

 

„Interventionsmöglichkeiten bei Gewalt“

Bei einer Diskussion mit Inga Neubauer vom Institut für Pädagogik und Schulpsychologie haben die TeilnehmerInnen die Interventionsmöglichkeiten bei Gewalt und Mobbing thematisiert. Was kann ich als Betroffene(r), außenstehende Lehrkraft oder SchülerIn tun, wenn es in der Schule zu Mobbing kommt?

 

 

Workshops am Nachmittag

Workshop für SchülerInnen: Zivilcourage

mf nwt 6Nach einer Vorstellungsrunde und der Klärung des Begriffs „Zivilcourage“ durften die TeilnehmerInnen zunächst „Standpunkt beziehen“. Hierzu musste sich jeder auf einer Skala zwischen „Ja“ und „Nein“ zu verschiedenen Aussagen positionieren, z.B.: „Wenn sich Zwei streiten, sollte man sich immer einmischen.“ oder „Wenn ich eingreife, dann immer ohne Gewalt.“ Wichtig hierbei war, dass jede(r) seinen/ihren Standpunkt auf Nachfrage auch begründen können musste: „Ich stehe hier, weil …“. In der nächsten Übung diskutierten wir verschiedene vorgegebene Situationen nach ihrer Relevanz einzugreifen und auch nach konkrete Möglichkeiten, wie das aussehen könnte. Dabei wurden allgemeine Regeln für Zivilcourage erarbeitet. Zum Beispiel kann man andere Zuschauer direkt ansprechen und zum Eingreifen motivieren. Oder man kann den Täter/die Täterin oder auch das Opfer ansprechen und damit eine Veränderung der Situation erreichen. Manchmal bietet es sich auch an, eine Autoritätsperson zu informieren (zum Beispiel in der Schule den Lehrer, im Schwimmbad die Bademeisterin, in der Bahn den Schaffner oder auch in passenden Fällen die Polizei). Wer eingreift, sollte sich selbst nie in Gefahr bringen und auch keine Waffen einsetzen, weil diese auch gegen einen selbst verwendet werden könnten. Die gesammelten Erkenntnisse wurden schließlich in Rollenspielen ausprobiert. Dabei ist es immer wichtig, dass jede und jeder seine persönlichen Handlungsoptionen auslotet und erweitert.

 

Workshop für SchülerInnen: Im Netz der Spinne

In diesem Workshop wurde mit Hilfe gezielter Methoden wie Film oder Übung der Unterschied zwischen Cyber- und Face-to-Face-Mobbing und die Folgen für TäterInnen und Opfer beleuchtet, sowie (akute) Handlungsmöglichkeiten und Hilfsangebote aufgezeigt.

 

Arbeitsgruppe für SchülerInnen: Projektentwicklung

mf nwt 7Am Nachmittag gab es auch Zeit um gemeinsame Projekte zu entwickeln und lokale Netzwerke zu stärken. Die SOR-SMC-aktiven SchülerInnen von der Realschule und dem Gymnasium aus Herzogenaurach haben mit Unterstützung der PädagogInnen einen Projekttag vorgeplant und auch ihr Gruppengefühl gestärkt.

 

 

 

 

Workshop für LehrerInen und PädagogInnen „Erfahrungsaustausch rund um SOR-SMC- Arbeit an den Schulen“

mf nwt 8In diesem Workshop stand die Frage der Nachhaltigkeit der antirassistischen Arbeit im Rahmen des Projekt SOR-SMC im Mittelpunkt. Wie schaffe ich Strukturen, damit das Projekt nachhaltig wird? Welche Wege können wir nutzen, um uns zu vernetzen? Außerdem haben die LehrerInnen sich über die laufenden Projekte an den Schulen informiert und Tipps zur Finanzierung von Projekten ausgetauscht. Als Ergebnis des Workshops sollen Informationen laufender Projekte und Aktionen über den Verteiler des Bezirksjugendrings weitergeleitet werden und in Zukunft soll ein Arbeitskreis entstehen, in dem sich die Lehrkräfte regelmäßig über ihre Arbeit an den Schulen austauschen können.

 

Workshop für LehrerInen und PädagogInnen „Aufbau von Zivilcourage und sozialer Kompetenz am Beispiel des Präventionsprogramm „Fairplayer“

In diesem Workshop wurde das Präventionsprogramm „Fairplayer.Manual“ für Jugendliche von 11 bis 15 Jahren näher gebracht. Nachdem der Begriff „Prävention“ und seine Bedeutung im Schulkontext kurz thematisiert wurden, stellte die Psychologin Inga Neubauer den Rahmen und die einzelnen Schritte des Programms vor. Manche der Übungen wurden von den anwesenden Lehrerinnen und Lehrern auch selbst ausprobiert, so zum Beispiel das Einführungsritual „Ampelrunde“, Teile der Stunde zu Gefühlen und Körpersprache oder die Diskussion zum Moralischen Dilemmata. Besonders wurden Fragen zur praktischen Durchführbarkeit im System Schule besprochen, z.B. auch, welche Aspekte des Programmes im Fachunterricht durchführbar oder welche für ältere Schülerinnen und Schüler geeignet sind.

 

 

Abschlussrunde

In der gemeinsamen Abschlussrunde haben die TeilnehmerInnen kurz über Inhalte und interessante Fragen berichtet, die sie in den Workshops bewegt haben und es wurde beschlossen, dass die nächste Tagung am 19.02.2016 unter dem Motto „Willkommenskultur statt Ablehnung in der Schule“ stattfinden wird.

Verfasst von Aneta Reinke, Pädagogische Mitarbeiterin beim Bezirksjugendring Mittelfranken.

Dankeschön für die Beiträge von Julia Oschmann (DoKuPäd), Inga Neubauer (IPSN).